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Ein Schritt in die richtige Richtung

Geschrieben von admin am 1. Apr 2015

Wie heute bekannt wurde, wird die neue Führung des obersten Tischtennisverbandes umfassende Reformen im Spielbetrieb umsetzen. Eine unabhängige Expertenkommission hatte nach Befragungen und Modellversuchen festgestellt, dass einer der größten Hemmschuhe in der Wettspielordnung begründet liegt. Sponsoren, aber auch Zuschauerinteresse könnte wesentlich verstärkt werden, wenn man die Regeln für Beobachter transparenter und für die Aktiven selbst gerechter macht.

In einem ersten Schritt sollen alle Ligen nach dem gleichen Modus ausgetragen werden, von der Bundesliga bis zur 2. Stadtklasse. Dieses Modell soll zugleich als Vorbild für die gesamte EU gelten, gegebenenfalls auch darüber hinaus. Sportpolitiker sehen diese Vision, wenn überhaupt, nur langfristig umsetzbar. Zudem gibt es keine sportwissenschaftlichen Beweise, dass die Leistungsfähigkeit von Männern und Frauen naturgegeben so unterschiedlich ist, dass nach Geschlechtern getrennte Kategorien überhaupt zu rechtfertigen sind. Fachleute von der mit der Studie beauftragten Universität Memmingen sehen hingegen ganz andere körperbedingte Unterschiede leistungsbestimmend. Danach würden Kriterien wie Körpergröße oder Körpergewicht die Leistungsgrenzen eines Athleten wesentlich stärker bestimmen als die jeweiligen Geschlechtsorgane. Auch äußere Einflussfaktoren, wie Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit, Erdanziehung aufgrund Höhenlage oder Helligkeit würden ein Ergebnis deutlicher beeinflussen als die Geschlechtszugehörigkeit. Aus diesem Grund wurde ähnlich wie beim Skispringen ein flexibler Bewertungsmaßstab empfohlen, der in die QTTR-Wertung einfließen und so Leistungen gerechter vergleichbar machen soll.
Favorisiert in die Diskussion gebracht wird demnach aktuell folgendes Modell. Gespielt wird grundsätzlich nur noch in Fünfermannschaften, als Kompromiss zu den bisherigen Sollstärken und den ausreizbaren Platzkapazitäten eines PKW. Zur Mannschaft soll mindestens eine biologische Frau oder auch ein biologischer Mann gehören, um interessenbedingte Ausgrenzungen zu vermeiden. Ein Aktiver wird vom Doppel befreit, was sich auch bisher schon manche Mannschaft gewünscht hätte. Davon auszuschließen ist allerdings der in der möglichen Minderheit befindliche und sogenannte Quotant (Quotenfrau oder Quotenmann). Der Schiedsrichter vermisst künftig jeden Aktiven unmittelbar vor dem Spiel und legt sogenannte Handicaps fest. Für jedes Kilo Über-oder Untergewicht zum idealen BMI werden Vorgaben festgelegt. Beispiel 20 Kg Übergewicht bedeuten 5 Punkte Vorsprung. Kritiker sehen darin allerdings ein Motiv zur Gesundheitsgefährdung, nicht ganz von der Hand zu weisen. Um Manipulationen zu vermeiden, werden im Leistungssport und freiwillig ab 2. Stadtliga künftig bis zu drei unangemeldete Gewichtskontrollen pro Saison erlaubt. Wer also binnen kurzer Zeit auffällig zunehmen sollte bekommt eine sogenannte Schutzsperre auferlegt. Dafür soll wieder wie früher pro Satz bis 21 gespielt werden. Auch übergroße oder zu kleine Menschen starten zum Ausgleich mit einem Vorsprung. Offen bleibt noch die Frage ob auch Faktoren wie Alter oder Dauer des Anfahrtsweges eine Rolle spielen sollen. Man darf gespannt sein.