J. W. von Heck: Faust – Ein Stück in 3 Acten

Geschrieben von Steven Großpietsch am in 10. Herren, Herrenmannschaften

Dramatis Personae
Doctor Christian Heinrich Faustus – ein Capitaen und Doctor
Friederich – Commiles 1
Stephan – Commiles 2
Christopher – Commiles 3
Gretchen-Sandrine – Wirtsgehülfin

Act 1

Doctor Christian Heinrich Faustus, ein beachteter Forscher der chemischen Zelluloidwissenschaft zieht in seiner Retrospektivbilanz die Erkenntnis, es fehle trotz unendlichen Strebens nach Perfektion an positiven Ergebnissen, wodurch er in dunkler Stunde zu depressivem Verhalten und Alcophilie neige. In seinem Studierzimmer monologiert er in halbem Wahn:

Da steh‘ ich nun ich armer Tor,
und bin so klug als wie zuvor!
Heiße Spiele, heiße Doppel gar,
und ziehe schon an die zehen Jahr‘
Gerad und schräg, gerad und krumm,
unsere Gegner an der Nas‘ herum -
Und sehe, daß wir nicht gewinnen können!
Das will mir schier das Herz verbrennen.
Bilde mir nicht ein, ich könnte was erlehren,
die Doppel stets zu Besserem bekehren.
Die Kombination gerade derer mit Bedacht,
lässt mich nicht schlafen, bei Tag und auch bei Nacht.
Drum tu‘ ich, wie es ist so alter Brauch,
ich wart bis zum Anpfiff, das tut‘s dann auch.

Act 2

Zu lauer Novemberstunde am nächsten Tage begibt sich Doctor Faustus mit seinen Studiosi Friederich, Stephan und Christopher in die ihnen so vertraute Ruhmeshalle nach Leipzig, um die Herausforderung einer ordentlichen Studentenvereinigung in der direkten Mensur zu erfüllen. Die doppelte Runde entschied das Remis, sodass er mit Verlaub aufschrie:

Von nun an -
ein jeder fechten möge wie er kann
auch mit nur einem Gegenmann.

Euphorisch geht der wirre Doctor nun davon aus, daß das was da jetzt kommen mag sich wie ein Sonntagsspaziergang zu den Osterfeierlichkeiten zutragen könne. Zusammenfassend faselt er:

Vom Siege befreit sind Fritz und ich,
durch des Gegners holden, belebenden Stich.
Es grünet Stephans Hoffnungsglück,
der alte Gegner in seiner Schwäche
zog sich hinter die Tische zurück.
Von dort her sendet er peitschend quer,
ohnmächtige Schauer schneidender Kugeln,
über die blaugefärbten Tische her.
Nur der Chris, der duldet kein Jubeln.
Überall tut sich Verlust und Streben,
nur er kann alles mit Siegen beleben.
An restlichen Siegen fehlt’s im Revier,
zu sehen nur lange Gesichter dafür.
Doch aus dem hohlen, finsteren Tschoor,
dringt siegreiches Gewimmel hervor.
Wie es der Gegner einst getan,
sind nun auch mal die Vulpen dran.
Fast jeder siegt nun lupenrein,
mein lieber Herr Gesangsverein.
Sieh nur sieh! wie behend sich die Menge
Duell für Duell nach vorne schlägt
wie mal ich und auch der Fritze,
alles zu einem Remis bewegt.
Ich höre schon das Vereinsgetümmel,
hier ist des Vulpen wahrer Himmel.
In der Zehnten  jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein!

Act 3

Getrieben von den erfolgreichen Erlebnissen zu Leipzig, beschließt Doctor Faustus ein Etablissement von großem Ruhm und Wohlergehen aufzusuchen. Die Commiles kehren in die Galaktische Schenke, die bereits zu jener Zeit Vorbild für den später entstandenen, jedoch minderen Auerbachs Keller als Vorbild fungierte, ein. Dort angekommen, ergeben sie sich den weltlichen Genüssen mit Speis und Trank, sodass sie sich mit zotigen Scherzen und Liedern in Laune bringen. Dem Mentalitaetsverlust verfallen, zeigt sich den Studenten der intrigante Mephistopheles in Gestalt einer schwarz gekleideten vollschlanken Bardame, die sich selbst Gretchen-Sandrine nennt. Sofort ist es ihr möglich den wankelmütigen Doctor zu verzaubern. Überrumpelt von ihren schmeichelnden Verheißungen und der verwirrenden Umgebung in diesem Wust von Raserei, trinkt er noch mehr des Zaubergebräus. Noch bevor sein körperlicher Zerfall einsetzt, verfällt er der Kneipersfee, die wohl selbst ihr bester Kunde zu sein scheint, und bietet ihr an:

Mein schönes Fräulein darf ich wagen,
meinen Arm und Geleit Euch anzutragen.

Daraufhin antwortet Gretchen-Sandrine:

Bin weder Fräulein, weder schön,
kann ohne dich schon nicht mehr steh’n.

Schon bald darauf sollte der Hokuspokus des Mephisto seinen Höhepunkt ebenfalls in der Galaktischen Schenke finden. Liebestoll und keines klaren Gedankens fähig, geht der Doctor den teuflisch wahnsinnigen Pakt mit Friederich ein, daß sein Kompagnon Christopher im Stande sei, einen derzeit sehr bekannten Axel Beier in nur drei Runden von Tisch zu jagen. Auch die Wortäußerungen des Doctors sind nicht mehr die selbigen, wie sie zuvor in der Ruhmeshalle zu hören waren.
Lautstark fordert er nun jeden auf:

Ein jeder trinke was er kann,
bis daß er nicht mehr laufen kann.
Tut ihr es, ist es schlecht,
lasst ihr es dann erst recht.

Nun an dieser Stelle endet die Geschichte des Doctor Faustus und seiner Studiosi. Wir wissen leider nicht, wie sie wohl endet mit dem Gretchen-Sandrine und dem Doctor, wie er die Heimreise angetreten hat und ob der andere lustige Spaßmacher in der Galaktischen Bar seiner Alten, die angeblich keine Alte ist, immer noch das Geld aus der Tasche zieht, um den schwarzen Kasten damit vollzustopfen.

Anmerkung des Verfassers:
Unwahrscheinliche Ähnlichkeiten in Bezug auf Person und Beschreibung sind stets zufällig.
Wahrscheinliche Ähnlichkeiten in Bezug auf Wortlaut sind abgekupfert.

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Kommentare (2)

  • PH

    |

    Kurz vor der Adventszeit und Weihnachten
    der OSTERSPAZIERGANG,
    da kann ich nur noch (aus der Faust) sagen:

    Der Affe tät sich glücklich schätzen,
    könnt er nur auch ins LOTTO setzen.

    P.S. waren am Wochenende ( Sonntag) nicht MInne-Damen von
    Parzival im Fuchsbau!?

    ein literarisches TT wäre doch gar nict so übel

    PH

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  • Lasse Machen

    |

    Wems zu wohl is, schlägt nicht Gohlis. (9:9 gegen MoGoNo)

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